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Ü B E R   M U S I K E R

Musiker wählen ihr Instrument nicht zufällig. Trotz der genetisch
bedingten Variabilität der Menschheit lassen sich eindeutige
Zusammenhänge zwischen Charakter und Instrument finden. Wer je ein
Studentenorchester gesehen hat, weiß, dass dort vor allem die Fakultät
Humanmedizin die erste Geige spielt.

Aber widmen wir uns im Folgenden nunmehr der Popularmusik:
(c) Stefan Gawrich

Bassisten

Bassisten spielen das von der Papierform einfachste Instrument mit den
wenigsten Saiten, den wenigsten Tönen und der geringsten Gefahr, durch
Verspielen peinlich aufzufallen (das haben tiefe Töne so an sich). Letzteres
und die Tatsache, dass es auf der Welt viele gute Gitarristen gibt, sind für
den steten Nachschub in der Tieftönerfraktion verantwortlich: Die meisten
Bassisten sind ja verhinderte Gitarristen! Dies kann leicht anhand von
Bassisteninterviews in Musikzeitschriften nachgeprüft werden, so diese nach
ihrem musikalischen Werdegang befragt wurden: "Wir waren fünf Gitarristen
in der Band und ich war der jüngste und musste Bass spielen...

Sting und Paul McCartney als Vorbilder helfen ihnen, eine Wichtigkeit in ihre
Aufgabe zu entdecken und sich letztlich mit ihrer Position als Rhythmusknecht
abzufinden.

Bassisten können dann durchaus wertvolle Mitglieder der Band sein, denn sie
sind eigentlich gutmütige und oft zur Dicklichkeit neigende Charaktere, die
durch ihre stoische Präsenz die Aufgeregtheiten der anderen Bandmitglieder
kanalisieren und eliminieren können.

Voraussetzung für den Banderfolg ist allerdings die Ermahnung des Bassisten
zu gewissem Übungsfleiss, denn eine "den Unterschied hört doch eh keiner"
Attitüde ist bei ihnen recht häufig anzutreffen und auch zu gewissem Grade
berechtigt.

Auf der anderen Seite können zu hohe Ambitionen des Dicksaiters die Band
auch nicht unbedingt glücklicher machen, werden die Fähigkeiten doch nur
für Showeffekte und unangemeldete Soloeinlagen eingesetzt. Dank des in
Teamführung geschulten Keyboarders können unangemessene Ansinnen aber
zumeist schnell zurückgedrängt werden.

Lieblingssätze des Bassisten sind "Da kamen mir fast die Kalotten entgegen",
"Ich hab die Saiten doch erst letztes Jahr gewechselt", "Vielleicht sollte ich
die 3,9 KHz noch etwas anheben" oder "Kommt nachher noch jemand mit zu
Burger King?"

Gitarristen

Schon der erste Kontakt mit dieser Spezies ist leider nicht selten von
bleibender Erinnerung. Kaum die Gitarre aus dem Koffer entnommen,
beginnt nach kurzem höflichen Vorgeplänkel ein dreistündiger Monolog
über die Vorzüge des Spielgerätes, in dem vom Bundstab bis zur letzten
messingfarbenen Mikroschraube ein jedes Teilchen seine angemessene
Berücksichtigung erfährt.

Ist dem eigenen Instrument genüge getan, können zweierlei Themen
nahtlos anschließen. Einerseits eine effektvolle Beschreibung der
eigenen amplifizierenden Technik, andererseits ein kryptischer Sermon
über Sternstunden des Gitarrenbaus, während dem - einem Rosenkranz
gleich - Worte wie "Vintage", "60er Jahre Strat" oder "6000 Euro bei
Ebay" heruntergebetet werden.

Wenn Gitarristen sich erst einmal ihre dreieinhalb für das Repertoire
benötigten Akkorde draufgeschafft haben (es ist kein Wunder, dass
Django Reinhardt als einer der berühmtesten Jazzgitarristen mit
zweieinhalb Fingern an der Greifhand locker auskam...), beginnt die
wichtigste Phase im Bandleben eines Sechssaiters - Die Suche nach
dem Sound!

Von nun an wird der Gitarrist im Monatsrhythmus neue unerhörte
Soundküchen in den Proberaum schleppen und in der wachsenden
Anzahl von 19 Zoll-Racks stapeln (hierbei nur noch übertroffen von
Keyboardern). Die Schalttafeln nehmen langsam die Dimension der
Zentrale eines mittelgroßen Atomkraftwerks an, die Sounds sind
meistens auch nicht weit am Super-GAU vorbei...

Sind die schlimmsten Sound-Unfälle von den restlichen Bandmitgliedern
vermieden und die Gitarre halbwegs eingeregelt, kommt die
gefährlichste Phase im Leben des Gitarristen. Da niemand aus der Band
weitere Informationen über sein Equipment benötigt und er zudem aus
Erfahrung weiss, dass seine Lieblingslautstärke den sofortigen Austritt
der anderen Bandmitglieder bedeuten würde, beginnt ihm langweilig zu
werden.

Er wird daraufhin durch mehr oder minder geschickte Lobbytätigkeit
versuchen, entweder die Band in "Thorsten Müller Band" umzubenennen,
um seinen Bandbeitrag ins rechte Licht zu rücken - oder er wird im
schlimmsten Falle beginnen, eigene Lieder für die Band zu schreiben.
Diese auf dreieinhalb Akkorde fußenden Machwerke mit Titeln wie "Rock
the House", "Crashboombang" oder einer missglückten Liebesballade
namens "Sandra" werden in der Band auf großen Anklang stoßen und im
Repertoire auf die sechste Zugabe gesetzt werden "Wenn de Leid so
rechteg usrasde tue, denn bring mer de...".

Trotz aller Abneigung bleiben Gitarristen einem erstaunlich lange
erhalten. Fast die einzige Chance, sie loszuwerden, ist dass sie (a)
eine Freundin oder Frau haben (b) und zweitens Familienpläne haben...

Dann wird die teuer ersparte Anlage schnell verkauft und der Erlös
in Windeln, Kinderwagen und Holzspielzeug gesteckt. Sobald das
Kind aber etwas größer ist, wird wieder nach geeignetem Equipment
gesucht, und das Ganze geht - jetzt mit lichterem Haupthaar und
noch antiquierterem Musikgeschmack - von vorne los.

Hier noch die 10 Gründe, warum man ohne Gitarrist besser dran ist:

  1. Gitarristen können mit dem allerkleinsten Verstärker einen
    unglaublichen Krach erzeugen. Auf der Autobahn will man sich ja
    auch nicht von jeder Pappschachtel überholen lassen, oder?
  2. Endlich mal kein Tinnitus nach der Probe!
  3. Man kann doch niemand für voll nehmen, der mit Peter Bursch
    zu spielen angefangen hat.
  4. Der Kasten Bier im Probenraum reicht plötzlich mehr als eine
    Woche.
  5. Keith Richards!!
  6. Kein Verletzungsrisiko im Probenraum durch überstehende
    Saitenenden
  7. Ohne extensive Gitarrensoli schafft man in der Probe gleich
    doppelt so viele Stücke.
  8. Kein anderer Musiker glaubt, er würde nach Notenzahl und
    Lautstärke bezahlt.
  9. Gitarristen sind taub.
  10. Es war ein Mißverständnis, sie können nicht Noten lesen, sie
    können zur Not lesen...

Keyboarder

Keyboarder heben sich durch verschiedene Eigenheiten von ihren
Bandkollegen ab. Sie sind in der Regel gut gebildet, tragen randlose
Brillen, sind an Aktienfonds beteiligt und kommen auch schon mal im
Jackett zur Probe (wenn es in der Sparkasse mal wieder Überstunden
gab).

Am besten sind Keyboarder durch die Tatsache zu beschreiben, dass
es über sie keine Witze gibt.

Ähnlich wie Gitarristen (vielleicht noch mehr) sind Schlüsselbretter
immer auf der Suche nach dem ultimativen Sound, für den sie gerne
bedeutende Teile ihres Einkommens der notleidenden Musikindustrie
stiften.

Keyboarder lieben es, überall als solche erkannt zu werden. Weit
verbreitet sind Anstecker mit Klaviersymbolen und vor allem unsäglich
hässliche Klaviertastenkrawatten. Auch findet man sie auf Musikmessen
beim fleißigen Sammeln von Aufklebern, die sie danach auch allesamt
ihrer Bestimmung auf Musikkoffern, Autohecks (nur einen, nicht mehr!)
und Probenraumtüren zuführen.

Lieblingssätze unserer Tastenkünstler sind "Wenn ich noch dieses Gerät
kaufe, dann habe ich alles", "Kannst du mir mal schleppen helfen?" (bei
gewichteten Masterkeyboards) oder "Wie gefällt euch dieses Nebelhorn?".

Wenn schon kein Ansehen, dann genießen Keyboarder doch eine gewisse
Notwendigkeit in einer Band, entweder weil sie in Coverbands als einzige
in der Lage sind, Basslinien oder Gitarrenriffs rauszuhören, oder
alternativ das eigene Material der Band regelhaft durch eigene Stücke
erweitern. Der Grund für ihren kompositorischen Fleiss liegt in ihrer
überlegenen Abstraktionsfähigkeit begründet. Da sie sowieso kaum
Gefühle kennen, können sie auch Liebeslieder schreiben wenn sie solo
sind, Trennungslieder in ihrer Hochzeitsnacht oder Sommerlieder im
Dezember. Musikalisch wird es auf jeden Fall auf eine poppige
Midtempo-Nummer oder Ballade hinauslaufen.

Sängerinnen und Sänger

Vocalisten sind ohne Zweifel eine besondere Gattung, ist es doch einzig
hier den Frauen geglückt, in nennenswertem Umfang in die Phalanx der
männlich dominierten Popularmusik einzudringen.

Sängern mangelt es in der Regel kaum an Selbstbewußtsein. Sie haben
zumeist Locken, fahren Golf und waren früher einmal auf der
Waldorfschule, wo sie schon in "Le Miserables" große stimmliche Erfolge
feierten und zumindest für einige Monate die Klassenschönste zur
Freundin hatten. Dank ihres sicheren Auftretens, eignen sie sich in der
Band gut für Vertragsverhandlungen mit Kneipenwirten und anderen
Veranstaltern.

Sängerinnen sind zumeist wie die Jungfrau zum Kinde zum Gesang
gekommen. Wäre es anders, würden sie ein Instrument spielen. In
ihrem Plattenschrank finden sich diverse Peinlichkeiten aus den 80er
oder 90er Jahren, neben Brahms, den Dixie Chicks und jeder Menge
Entspannungs-CDs mit sphärischen Klängen. Während Sänger ihre
Möglichkeiten in der Regel recht gut einschätzen können, fehlt es
Sängerinnen häufig an realistischer Selbstbewertung. Die Diskrepanz
kann in beide Richtungen ausschlagen, schon manche Gurkenband
hatte ihren Erfolg einer Sängerin zu verdanken, die sich ihres
Potentials nicht bewusst war.

Sänger sind die Einzigen in der Band, die sich zum Boxenschleppen
Handschuhe mitbringen, um die zarten Fingerchen zu schonen. In den
meisten Fällen ist diese Vorsichtsmaßnahme überflüssig, weil sie
während des Aufbaus sowieso noch bei der Freundin sind, wohin sie
auch direkt nach dem Gig dringend zurück müssen. Die anderen
Bandmitglieder nehmen dies aus Gewohnheit klaglos hin.

Sängerinnen sind dagegen bemüht, sich am Aufbau zu beteiligen,
stehen aber in der Regel eher hilflos mit dem hergebrachten Kabel
oder Köfferchen zwischen Bühne und Mischpult, bis sie es von einem
der übrigen Bandmitglieder abgenommen bekommen und mit einer
lösbareren Aufgabe wie "Organisier doch mal ne Runde Kaffee"
betraut werden.

Da Frauen ihr Leben unter Therapie- oder Wellnessaspekten gestalten,
besteht ein andauerndes Risiko, dass sie die Band wegen eines Brigitte
Artikels verlassen, um sich der Feng Shui-Lehre zu verschreiben oder
mit ihren Freundinnen das Nordic-Walking zu beginnen. In gewissem
Alter heiraten sie auch häufig und geben dann wie selbstverständlich
die Musik auf.

Lieblingssätze des Sängers sind: "Gottseidank hab ich nur ein Mikro zu
schleppen.", "Ich werd da jetzt nicht drüber diskutieren." und "Das <
Publikum muss sich einfach an unseren Stil gewöhnen."

Die Lieblingssprüche der Sängerin: "Meinst du, ich kann das auf der
 Bühne tragen?", "Ich kann doch keine Noten lesen!" oder " Meinem
Freund hat unser Demo nich so gefallen..."

Schlagzeuger

Drummer genießen unter den Bandmitgliedern in der Regel das
niedrigste Ansehen. Dies aber unberechtigt, ist ihnen doch durch den
unabhängigen Einsatz ihrer vier Extremitäten eine gewisse artistische
Kompetenz zu bescheinigen - wenn auch nur
bummbummschackbummschack herauskommt. In vielen humoristischen
Einlagen wird Schlagzeugern eine gewisse Unterforderung ihrer fünften
Extremität (dem Kopf natürlich) nachgesagt.

Billige Witzchen wie:
Woran erkennt man, dass die Bühne eben ist -
Beim Drummer tropft es aus beiden Mundwinkeln...
sind aber als böse Verallgemeinerungen zu verurteilen und treffen nicht
den Einzelfall.

Bei Schlagzeugern findet man die größte Bandbreite an Ausstattungen.
Von der transportablen Einzelsnare für Rockabilly oder Dickebackemusik,
bis zum hundertteiligen alabastereloxierten Drumset im mattchromen
Finish ist alles aufzufinden. Probleme gibt es nur, wenn das Können des
Trommlers nicht mit der Zahl seiner Trommeln mithält: Schon mancher
Break über dreizehn Toms ist im Nirwana versandet.

Schlagzeuger träumen insgeheim beim Trommeln vom Musikmachen,
haben aber als Kinder zumeist traumatische Erlebnisse beim
Blockflötenunterricht oder in der musikalischen Früherziehung erlebt.
Da Trommler eine seltene Spezies sind, werden Versuche des Erlernens
richtiger Instrumente auch von ihren Musikkollegen im Keim erstickt.

Ihre Befriedigung ziehen Drummer aus der Tatsache, dass sie als
Einzige in der Band in der Lage sind, Lieder im richtigen Tempo
anzuzählen. Dass auch der Gitarrist ihre Dienste bei seinem
Solostück in Anspruch nimmt, lässt sie ein gewisses Allmachtsgefühl
spüren. Dieses Gefühl ist aber nach Auftritten rasch verflogen, wenn
die Bandmitglieder wie immer mit vielen Bekannten an der Theke stehen
und der einsame Schlagzeuger allein seinen Passat beladen muss.

Lieblingssätze des Trommlers sind "Welche Tonart noch mal? (..Pause...)
hahaha", "Dave Weckl spielt auch nie Shuffle.", "Wir können ruhig mal
was im 7/8-Takt machen".

Harper

Der Mundharmonikaspieler - oder neudeutsch "Harper" ist ein Mensch, der
mit den geringstmöglichen Mitteln die größtmögliche Wirkung erzielen will.
Gleichwohl leidet er unter dem Gefühl, als Musiker nicht ernst genommen
zu werden, auch wenn das Gefühl nicht unbedingt mit der Realität
übereinstimmt, denn immerhin neiden ihm die Kollegen, daß er zwar die
meisten Instrumente zur Probe mitbringt (in der Regel für jede gespielte
Tonart eins...  ...also drei), aber trotzdem am wenigsten zu schleppen hat.

Neben der Kosmetikkoffergröße ihrer Instrumentenbehältnisse und
Verstärkerchen ist es auch ihrem filigranen Umgang mit kosmetischem
Kleinstbesteck wie Feilen und Pinzetten zur Mundharmonika-Intimpflege
geschuldet, dass sie öfters für schwul gehalten werden. Amtliche
Statistiken hierzu fehlen aber.

Harper sind nur in bestimmten Nischen der Popularmusik breit vertreten:
Oma und Opa werden mit schönen Weisen der Volksmusik - oft emotional
aufgeladen durch Maximal-Vibrato - erfreut. Mutti und Papa sind eher das
Zielpublikum für Folk, Country oder auch den Blues. Dem Nachwuchs schenkt
man gerne eine günstige C-Harp, das Kind wird aber mit Sicherheit was
anderes lernen. Vor dem Hintergrund der Nähe zu "Mundorgel",
Schifferklavier und "Country roads" am Lagerfeuer ist Harp-Spielen für einen
Vierzehnjährigen in etwa so cool wie Akne, Religionsunterricht oder
Städtereisen mit den Erziehungsberechtigten.  

Wallfahrtsorte der globalen Harp-Gemeinde sind weder Nashville noch L.A.,
sondern Kleinstädte der deutschen Provinz: Das schwäbische Trossingen ist
Heimat des Global Players Hohner während in Klingenthal im Erzgebirge die
traditionsreichste Firma Seydel seit 1847 ihren Sitz hat. Wallfahrten/Festivals
werden im jährlichen Turnus angeboten. Dann sieht (und hört) man an den
Straßenecken Grüppchen mittelalter Männer mit den Händen vor dem Mund
zusammenstehen, so wie einst die Jungs der Unterprima beim heimlichen
Rauchen in der Schulhofecke.

Wie die Versammlungsorte, so kommen auch die Anhänger dieser
Instrumentengattung ein wenig provinziell und erdverbunden daher. Sie
tummeln sich am Lagerfeuer, fahren gerne alte Mercedes-Modelle, haben
mehr Schallplatten im Schrank als Songs auf dem PC und essen gerne
Hausmannskost. ("Treffen sich zwei Harper: "Meine Freundin hat mir zum
Geburtstag eine Festplatte geschenkt!" "Mmh, lecker!")

Harper wollen allerorten ihr Können unter Beweis stellen und haben zu diesem
Zweck anstelle eines Handys stets eine Harp in der Jackentasche. Im Laufe ihres
musikalischen Lebens haben sie verschiedene Techniken entwickelt, um stante
pede in jede X-beliebige Band an jedem x-beliebigen Ort einzusteigen. Sind sie
dann erst mal auf der Bühne, spielen sie nonstop und sind nur mit sehr viel
Nachdruck, wie etwa der Androhung oder Ausführung körperlicher Gewalt, zum
Aufhören zu bewegen.

Lieblingssätze der Harper sind: "Wenn ich das Stück in der dritten Lage auf
der A-Harp versuche, könnte ich die große Terz eine Oktave tiefer spielen.",
"Das geht so nicht, der Typ spielt bestimmt ne chromatische Harp.", „Da hat
mir ausgerechnet bei dem Solo in der dritten Position sechs ziehen geklemmt.“
oder "Ich wollte meine C-Harp gestern noch stimmen, doch da ist mir leider die
Feile abgebrochen.".

Saxophonisten

Offiziell wurde das Saxophon von seinem Erfinder Adolphe Sax zwar nur für die
Militärmusik erfunden, aber von einem Unkundigen gespielt entwickelt diese
Instrumentengruppe auch erstaunliche militärische Durchschlagskraft.

Sogar die Wahl des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton war maßgeblich
auf seine in Mark und Bein gehenden Soli über "Don't stop thinking about
tomorrow" zurückzuführen, weil die Leute wußten, dass Präsidenten nicht
mehr blasen...

Saxophone unterteilen sich in Sopran, Alt, Tenor und Bariton:

Das Sopransaxophon sieht von weitem aus wie eine vergoldete Klarinette
und wird mit Vorliebe von New-Age Jazzern oder Schmusepoppern gespielt.
Will man andere Musik spielen, so sei Abstand angeraten.

Altsaxophonisten tun in der Regel treue Dienste in Bläsersätzen und selten
auch im Solobereich. Nie ganz auszuschließen ist bei Ihnen allerdings das
sogenannte Maceo-Parker-Syndrom, welches sie zu stundenlangem Solospiel
in höchsten Lagen verdammt.

Tenorsaxophonisten sind am weitaus häufigsten anzutreffen. Sie würden am
liebsten nie Bläsersätze, sondern immer nur Solo spielen.

Das Baritonsaxophon ist auf der Bühne eher eine Rarität, sein Klang liegt
irgendwo zwischen einem Alp- und einem Nebelhorn.

Saxophonisten sind meistens recht anstrengende Bandmitglieder, können
sie doch nur in bestimmten Tonarten spielen (F, Bb und Eb, wenn sie gut
sind auch in C). Da zudem ein Tenorsaxophon einen Ganzton höher klingt
als es notiert ist, erscheint der Turmbau zu Babel im Vergleich zum Einüben
neuer Stücke in der Band, noch als eine gut strukturierte Angelegenheit. Es
(oder für Tenorsaxer: Db) gibt natürlich auch nie passende Noten für sie...

Saxer sind meistens sehr redegewandt, übertreiben es aber manchmal auch
auf der Bühne, wenn sie dem Publikum halbstündige Einführungen in
dreiminütige Lieder geben wollen. Der Hinweis, dass sie endlich die Klappe
halten sollen, hilft eher selten, denn das tun sie ja eh schon.

Durch ihr schön im Bühnenlicht funkelndes Instrument, meinen Saxophonisten
häufig die Blicke des Publikums auf sich vereinamen zu können. Aber auch
blitzendes Goldmetall kann nicht auf Dauer davon ablenken, dass schöne
Menschen nur selten Saxophon spielen (Wenn doch, dann nennen sie sich
Candy Dulfer und spielen mehr Sexophon als Saxophon).

Die Lieblingssprüche von Saxophonisten sind: "So ähnlich hat das Charlie Parker
auch immer gespielt", "Also für euch wäre das in E-Moll", "Was sich da immer für
ein Sabber in der Kanne sammelt..."

© 2009 by Rattlesnake Blues Band